Im Jahr 2010 wurden Untersuchungen zur Zündwahrscheinlichkeit und Datenanalyse zur Erfassung der Einflussgrößen mechanisch erzeugter Stahl-Schlagfunken in explosionsfähigen Brenngas/Luft-Gemischen von Dipl.-Ing. Thomas Grunewald, Dr. rer. nat. Robert Finke und Dr.-Ing. Rainer Grätz durchgeführt. Die Untersuchung wurde als Forschungsbericht 292 der BAM Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung veröffentlicht.
Es wurden verschiedene Brenngase untersucht. Für den Abwasserbereich bzw. im Bereich von Faulgasen, Biogasen oder Klärgasen ist Methan als Brenngas interessant, um festzulegen, ob funkenfreies Werkzeug genutzt werden muss. Die Versuche mit Methan beginnen ab Seite 26. Die wichtige Aussage für uns ist auf der nächsten Seite zusammengefasst:
"Die Versuche zeigten bezüglich der Zündwahrscheinlichkeit, dargestellt in Abbildung 5, dass
- es mit der Schlagenergie W = 126 Nm und kleineren Schlagenergien mit dem hier beschriebenen Versuchsaufbau nicht gelang, das Prüfgemisch durch Stahlschlagfunken zur Explosion zu bringen,
- es erst mit den kinetischen Schlagenergien in Höhe von 190 Nm und 277 Nm gelang, durch den Schlagvorgang das Prüfgemisch zur Explosion zu bringen und
- bei 190 Nm die Zündwahrscheinlichkeit x = 1,06 % und bei 277 Nm x = 0,94 % beträgt."
Als Fazit ist es also unnötig sich mit der Beschaffung von funkenfreiem Werkzeug zu befassen, insbesondere da es bei den gegebenen Drehmomenten an Flanschverbindungen praktisch zu weich und damit nicht verwendbar ist. Das Copyright obliegt dem zitierten Forschungsbericht. Allein das Fazit gibt meine Meinung wieder. Der kleine Artikel soll nur die schnelle Übersicht über notwendige Zündquellenabschätzungen nach Gefahrstoffverordnung erleichtern.