Nach einem kurzen Ausflug in ein Ingenierbüro zur Entwicklung von Spritzgußwerkzeugen begann ich im Mai 1991 beim Neubau. Meine Aufgabe war die Begleitung von Projekten, die Abrechnung, die Abnahme und der Kontakt mit den Endnutzern sprich den Klärwerken.

Ende 2000 habe ich dann den Wechsel vom planenden Sachbearbeiter im Neubau zur Kläranlage in Führungsposition vollzogen. Mein Aufgabenbereich war die Betriebsorganisation und der Bauunterhalt. In der Betriebsorganisation war ich verantwortlich für die Arbeitssicherheit, den Brandschutz, die Organisation der Ver- und Entsorger (so hießen sie damals noch) und für die Kantine.

Sehr bald merkte ich, dass ich mich zwar in die Themen einlesen kann, aber die Grundlagen fehlen. Mein Arbeitgeber zahlte mir die Ausbildung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit, die ich 2003 abgeschlossen habe. Sehr bald folgte dann noch die Ausbildung zum Brandschutzbeauftragten. Mit diesem Wissen baute ich die rechtskonforme Organisation der Sicherheitunterweisungen, der Einweisung von Fremdfirmen, die Abwicklung von diversen Brandschutzverbesserungen und so weiter, auf.

Am Rande der Ausbildung der Fachkraft für Arbeitssicherheit war das Thema Betriebssicherheitsverordnung bereits präsent. Die Startveranstaltung der BAUA zu dem Thema nahm ich zum Anlass mich genauer zu informieren. Hier wurde vieles neu entwickelt und das Thema Explosionsschutz rückte ein Stück nach vorne. Die Umsetzung sollte im Jahr 2005 beginnen. Mit einer Gruppe von Führungskräften nutzen wir eine Schulung zum Thema Explosionsschutz das von der DWA e.V. in Ismaning angeboten wurde. Wir entwickelten in den nächsten Monaten unsere Anfänge des Explosionsschutzdokumentes und das war der Start in ein neues umfangreiches und interessantes Thema.

Um Sicherheit zu gewinnen, folgte die Ausbildung zur Befähigten Person zum Prüfen von Explosionsschutz, die ich mit meinem Elektrokollegen besuchte und eine weitestgehende Konzentration von uns beiden auf die Weiterentwicklung des Exschutzdokumentes. Sehr schnell bildete sich die Rollen heraus. Meine Rolle war das Verstehen der Explosionsschutzfestlegungen des TÜV beim Bau des Klärwerkes 1988, was nicht so einfach war, die weitere Vorgabe, wie das Konzept des Explosionsschutzes entwickelt und weitergeführt wird. Mein Kollege übernahm die Rolle alle explosionsgeschützten Betriebsmittel, die zu Hauf installiert waren und zu denen es keine Dokumentation gab.

Ich habe mich viel mit den Einschätzungen, Maßstäben und den Grundlagen beschäftigt und hierbei war und ist mir die Seite der BAUA und der BGRCI eine große Hilfe. Das entstandene Wissen, das ich in den Folgejahren aufgebaut habe floß in das Explosionsschutzdokument. In 2025 wurde unser Explosionsschutzkonzept und das -dokument von einer ZÜS geprüft und für gut befunden. Klar gab es Mängel, die aber relativ schnell abgearbeitet werden konnten.

Seit 2019 wissen wir, dass wir eigentlich Störfallbetrieb der unteren Klasse sind. Die damit verbundenen Auflagen und notwendigen Dokumente wurden erarbeitet und im Austausch mit den Aufsichtsbehörden und einem Gutachter zum Abschluss gebracht. Eine ständig notwendige Aktualisierung ist notwendig. Um die Grundlagen vollständig zuhaben, kam noch die Ausbildung zum Störfallbeauftragten und wegen der Verantwortung für die Energieerzeugung aus Faulgas der Immissionsschutzbeauftragte hinzu.

Ich habe in etwa drei Jahren fast vierzig Jahre in dem Bereich gearbeitet, viel Wissen angehäuft und gebe dies an eine jüngere Kollegin und meinen möglichen Nachfolger weiter. Wie schon im Allgemeinteil beschrieben, möchte ich das Wissen aber auch gerne an Andere weitergeben.